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KONZEPT 12/2002
art sabotage - störung der ströme der macht
 

Wo künstlerisch-politische Praxen weder das Pathos der revolutionären Zer-Störung von Machtstrukturen für sich in Anspruch nehmen, noch sich reformistisch an deren Ent-Störung beteiligen, hat sich vor allem im Laufe des letzten Jahrzehnts ein weites Feld von Strategien der Störung der Ströme der Macht herausgebildet; von der selbsthistorisierenden Postneoavantgarde des Neoismus über die lustvoll-subversiven Aktionen der Kommunikationsguerilla bis hin zu den Hoaxes, Fakes und Identitätsspielereien in den Zonen zwischen dem Realen und dem Virtuellen: weit über den Kunstraum hinaus und wieder in ihn zurück.

Unter den Paradigmen von Kontrollgesellschaft und immaterieller Arbeit gerät unablässige Kommunikation immer mehr zum zentralen Angelpunkt der Macht, wendet sich auch die Frage der Störung der Machstrukturen vom handfesten Maschinensturm hin zur Unterbrechung der Kommunikationsflüsse. Die zeitgemäße Form der Sabotage ist demnach der Holzklotz zwischen die Räder der Kommunikation, die Schaffung von leeren Zwischenräumen der Nicht-Kommunikation, die Verschiebung und Entstellung von Codes.

art sabotage verhandelt Methoden und Beispiele dieser neuen, gegen die Kommunikationsflüsse des kontrollgesellschaftlichen Kommandos gerichteten Sabotage und deren vielfältige Mittel: subversive Überaffirmation und Überidentifizierung, Entwendung, Verfremdung und Imagebeschmutzung, kollektive Mythen, multiple Namen und Open Pop Stars.


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