Wo künstlerisch-politische Praxen weder das Pathos der
revolutionären Zer-Störung von Machtstrukturen
für sich in Anspruch nehmen, noch sich reformistisch an
deren Ent-Störung beteiligen, hat sich vor allem
im Laufe des letzten Jahrzehnts ein weites Feld von Strategien
der Störung der Ströme der Macht herausgebildet;
von der selbsthistorisierenden Postneoavantgarde des Neoismus
über die lustvoll-subversiven Aktionen der Kommunikationsguerilla
bis hin zu den Hoaxes, Fakes und Identitätsspielereien
in den Zonen zwischen dem Realen und dem Virtuellen: weit
über den Kunstraum hinaus und wieder in ihn zurück.
Unter den Paradigmen von Kontrollgesellschaft und immaterieller
Arbeit gerät unablässige Kommunikation immer mehr zum
zentralen Angelpunkt der Macht, wendet sich auch die
Frage der Störung der Machstrukturen vom handfesten
Maschinensturm hin zur Unterbrechung der Kommunikationsflüsse.
Die zeitgemäße Form der Sabotage ist demnach der Holzklotz
zwischen die Räder der Kommunikation, die Schaffung
von leeren Zwischenräumen der Nicht-Kommunikation, die
Verschiebung und Entstellung von Codes.
art sabotage verhandelt Methoden und Beispiele
dieser neuen, gegen die Kommunikationsflüsse des kontrollgesellschaftlichen
Kommandos gerichteten Sabotage und deren vielfältige
Mittel: subversive Überaffirmation und Überidentifizierung,
Entwendung, Verfremdung und Imagebeschmutzung, kollektive
Mythen, multiple Namen und Open Pop Stars.
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