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In der Outline zum
Kongress wird der Begriff Transversalität beschrieben
als "eine neue, ahierarchische Praxis der
Vernetzung, wie sie seit Seattle, Göteborg und Genua
immer klarere Konturen entwickelt im heterogenen
Aufbegehren gegen die ökonomische Globalisierung.".
Dabei wird neben der Transnationalität
dieser Praktiken auf "deren transsektorale,
felderübergreifende Beschaffenheit zwischen politischem
Aktivismus, Theorieproduktion und künstlerischen
Interventionen" verwiesen. Hier gleitet die
Transversale also zwischen den Nationen, den
verschiedenen Tribes der Globalisierungskritik und
verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren und vernetzt
sie. Dabei stellt sich sofort die Frage: Wer zieht diese
Transversalen? Wer oder was verbindet die Sektoren
Aktivismus, Theorie und Kunst? Wie lassen sie sich überhaupt
verbinden? Und wie lassen sich die "neuen,
ahierarchischen" Bewegungen miteinander
"kreuzen"?
Das Problem an einem
Begriff wie Transversalität ist, dass er so tut, als
wäre er schon die Antwort auf diese Frage, während er
sie doch gerade aufwirft: die Frage nach der Organisationsform nämlich. Sie liegt allen Problemen zu
Gugrunde:
denn Vernetzung lässt sich wunderbar beschwören, aber
wie lässt sie sich organisieren? Dort, wo man heute
theoriemodisch zwanghaft nachschlagen würde, nämlich
bei Deleuze/Guattari und Negri/Hardt, wird man keine
einzige Antwort auf die Frage der Organisationsform
finden: Bei den Alt-Hippies Deleuze und Guattari wuchern
die Transversalen quasi naturwüchsig (weshalb Deleuze/Guattari
besonders gern auf botanische und geologische Metaphern
zurückgreifen) und müssen nicht organisiert werden.
Ähnlich verhält es sich bei Hardt und Negri, auch wenn
deren Bestseller Empire
allgemein als Antwort (miss-) verstanden wird.
Hardt und Negri sehen
das neue revolutionäre Subjekt - das also die Geraden
zu verknüpfen hätte - im intellektuellen Proletariat
der immateriellen Arbeit. Aber dieses "Proletariat"
ist nicht organisiert, und schon gar nicht ist es politisch
organisiert, sondern besteht aus lauter grinsenden Dienstleistungs-Monaden
("service with a smile") oder IT-Spezialisten
mit einem glücklichen Shareholder-Bewusstsein, die von
Hardt/Negri euphemistisch als Vielheit (MultitudeMultitude)
beschworen werden. Bei Hardt und Negri gibt es einen
geheimen Automatismus, der diese neue "Massenintelligenz"
umstandslos zu einem politischen Subjekt macht. Aber
niemand weiß, wie das in Wirklichkeit funktionieren
soll. Die Verknüpfungs- und damit Organisationsweise
vereinzelter immaterieller Arbeiter/innen zu einer politischen
Kraft wird erst gar nicht mehr untersucht und konzeptionalisiert,
sondern nur mit dem poetischen Begriff der MultitudeMultitude
besungen. Ähnlich heißt es über das Thema unserer Konferenz:
transversal sei eine Linie, die nichts verbinden muss.
Wieder lässt man also das Problem der Organisationsform
unter den Tisch fallen und sagt, organisiert muss eh
nichts werden. Das Problem mit Theoretikern wie Deleuze,
Guattari, Negri und Hardt ist, dass sie alle nicht argumentieren,
sondern sie singen: sie verlieren sich in poetischen
Andeutungen und Hinweisen, in einer poetisierenden Beschwörung
eines neuen politischen Subjekts. Katja Diefenbach meint
dazu treffend: "Unglaublich kitschig, aber charmant".
Statt charmant könnte man auch sagen: gut gemeint. Und
der gute Wille lässt sich ja kaum einem der Superstars
absprechen, allerdings erstaunt es doch sehr, dass tatsächlich
eine ganze politisch militante Szene Bibelkurse in solch
mehr poetischen als politischen Gesängen nimmt (andererseits
überrascht es auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass
gerade diese Szene institutionalisierte politische Organisationsformen
abzulehnen pflegt).
Die Logik des argumentationslosen
Arguments von Hardt und Negri ist dabei folgende. Sie
konstatieren ein Problem: Wir leben im Postfordismus,
jeder wird zu seiner kleinen Selbstausbeutungsmonade,
das führt zu politischer Entsolidarisierung, Individualisierung
usw. Dieses Problem beantworten sie nun aber nicht mit
Lösungsvorschlägen, sondern behaupten vielmehr trickreich:
Ddas
Problem ist eigentlich
die Lösung. D.h., die neuen kleinen Selbstausbeutungsjederseineigenerkleinunternehmermonaden
sind das neue revolutionäre Subjekt. Elegant. Das Problem war auch
schon die Lösung. Na dann ist die Revolution ja gesichert.
Es gibt nur einen
Schönheitsfehler. Das Problem ist nicht die Lösung,
sondern das Problem ist das Problem. Der für das Marktindividuum
typische Unwille, ja die Unfähigkeit, die eigene Interessenposition
zu überschreiten, wird auf der politischen Ebene wiederholt
in der Unfähigkeit, die eigene individuelle Meinungsposition
zu diesem oder jenem Thema (die sich manchmal auch in
eine eigene individuelle Empörungsposition wandelt)
zu überschreiten und in eine Weltanschauung zu integrieren,
die weniger punktuell nach Überzeugungen shoppt, sondern
vielmehr Überzeugungen integriert und universalisiert.
Stattdessen lebt man in dem Phantasma des Markt-Individualismus,
man könne sich die eigene politische Meinung hierzu
oder dazu fallweise aussuchen und wird, wenn man gerade
will, aktiv. Das unternehmerische wie auch das konsumistische
Selbst wird nun auch zum Vorbild für das politische
Selbst, im Sinne von Überzeugungsshopping und punktueller,
fallweiser Engagementbereitschaft.
Dagegen steht die
traditionell linke und nicht unbedingt falsche Überzeugung,
dass Politik kollektiv ist und nicht individuell. In
diesem Sinne lässt sich Lenins Satz verstehen, es gebe
keine Politik ohne Massen. Man bemerke: Lenin hat nicht
gesagt, es gebe keine Politik ohne Vielheiten oder ohne
transversale Fluchtlinien. Genauso
wenig behauptete er, es gebe keine Politik ohne
subjektlose singuläre Begehrenskristallisationen mit
Deterritorialisierungseffekten. Es ist auch nicht von
der transversalen Befreiung der Linie von der Unterordnung
unter den Punkt die Rede (befreit werden sollen vielmehr
die Massen, die damit sowohl Subjekt wie Objekt von
Politik sind). Kurzum, Lenin hat nicht gesagt, es gibt
keine Politik ohne MultitudeMultitude
und Transversalien, sondern: Es gibt keine Politik ohne
Massen.
Eine äußerst unpoetische
Behauptung, und auch ziemlich uncharmant. Und doch meint
dieser Satz nicht unbedingt wogende Massenaufmärsche,
sondern etwas viel Nüchterneres, zumindest in folgender
Interpretation: Jede Politik, wenn sie als Politik wirksam
sein will und zu irgendetwas führen soll, muss zwei
Bedingungen erfüllen: sie muss a) kollektiv sein (nicht
individualistisch) und b), insofern dieses Kollektiv
ein Kollektiv ist und kein Haufen (eben gerade keine
Vielheit, keine blosse Menge), organisiert. Ansonsten
macht man eben nicht Politik, sondern vertraut auf ökonomische
Gesetze, die Politik für uns machen und etwa garantieren,
dass das Problem schon die Lösung ist, wie bei Negri
und Hardt.
Kurz, mit der Theoriedichtung
von Hardt/Negri und Deleuze/Guattari gerät jede sinnvolle
Idee von Organisation - und letztlich Handlungsfähigkeit
- aus dem Blick. Denn zu politischer Wirksamkeit wird
die "Vielheit" der Antiglobalisierungsgruppen
und -grüppchen letztlich nicht von alleine kommen, sondern
nur,
indem sie sich organisiert, d.h., über die Konstruktion
eines, mit Gramsci gesprochen, "kollektiven Willens".
Damit ist aber für Spontaneisten wie H/N und D/G schon
der Teufel an die Wand gemalt. Denn hinter diesem Begriff
steckte für Gramsci nichts anderes als die
Partei - und genau gegen
die klassische Parteiform mit all ihrem Kadergehorsam,
ihrer Bürokratie, ihrer Selbstinstitutionalisierung
etc. sind ja die sozialen Bewegungen einst ausgezogen
(und nicht zu Unrecht). Ich würde sogar behaupten: eEs
ist die klassische Parteiform, gegen die sich Konzepte
wie MultitudeMultitude
und Transversalität implizit richten. Es ist die Partei,
die ihnen gleichsam als negative Folie unterliegt, von
der sie sich abgrenzen, selbst wo sie nicht thematisiert
wird.
Gerade darin liegt
das Problem solcher Ansätze, denn mit der Organisationsform
Partei verwerfen sie zugleich jede
Frage der Organisation. War die Parteiform nach
dem Modell der Einheit entlang der "Parteilinie"
ausgerichtet, so besteht heute der Gegenvorschlag in
der Feier der Vielheit, der MultitudeMultitude,
entlang gar keiner Linie: Es gibt nur noch unzählige
Pünktchen. D.h., jedes Individuum ist sich selbst die
liebste Partei, weiß alles selbst am besten und agiert
politisch à
la carte, stellt sich also seine persönliche Parteilinie
aus dem Angebot von Amnesty bis Tute Bianche selbst
zusammen.
Natürlich lässt sich
"die Partei" in ihrer leninistischen oder
auch bürgerlichen Form nicht retten. Für emanzipatorische
Politik ist heute der Ort "der Partei" leer
- aber er ist
als Ort nicht verschwunden, denn die Frage einer
dauerhaften und universalisierungsfähigen Organisationsform,
die bloße Ssingle-Iissue-Politik
übersteigt und Leute zusammenbringt, die eine Weltanschauung
miteinander teilen und nicht nur die punktuelle Liebe
zu den Walen oder Robben, ist und bleibt auf der Tagesordnung
(auch wenn sie immer wieder und nahezu endlos vertagt
wird). Vielleicht könnte man auch sagen: der Ort der
Partei wird durchkreuzt
von sozialen Bewegungen, aber er verschwindet nicht.
Und vielleicht ist diese Art der Durchkreuzung,
die der Parteiform einen Strich
durch die Rechnung macht, ohne sie dabei gänzlich
zu verwerfen, die geeignetere Definition von Transversalität.
Umgelegt auf die
österreichische Situation einer lahmenden Parteienopposition
hieße dann "transversal", zum Beispiel die
Parteipolitik der sogenannten Oppositionsparteien SPÖ
und Grüne zu "durchkreuzen". Wohlgemerkt:
dDurchkreuzen
ist etwas anderes als bekämpfen. (Es wäre ja auch nicht
klar, wozu man eine Opposition bekämpfen sollte, die
sich ganz offensichtlich selbst der größte Feind ist.)
"Durchkreuzen" würde tatsächlich etwas anderes
bedeuten: Ees
würde bedeuten, die Oppositionsparteien mit sich selbst
und mit ihrer eigenen Ängstlichkeit und Anbiederungspolitik
("Nulldefizit in die Verfassung") zu konfrontieren,
sie von außen, soweit das möglich ist, unter Druck zu
setzen. Es würde bedeuten, den ÖGB daran zu erinnern,
dass er laut Statuten eine Kampforganisation ist und
nicht der wedelnde Schwanz einer keifenden Regierung
- und auch keine Teilorganisation des Wirtschaftsbundes.
Und es würde bedeuten, den Ort "der Partei"
selbst zwar leer zu halten, aber zugleich dauerhaftere Organisationsformen für eine freie Opposition
zu finden, die eben nicht in den etablierten Parteien
aufgehen will.
Die Kitschrhetorik
der Deleuzianer und Negristen - die heute im radikalen
politischen Diskurs leider hegemonial zu sein scheint
- überschreibt und verkleistert dagegen den Ort der
Abwesenheit der Partei. Sie hält ihn nicht leer, sondern
sie macht ihn unsichtbar: sie tut so, als wäre die Organisationsform
kein Problem, als wäre das Problem schon die Lösung.
Aber das Problem bleibt
ein Problem. Denn Handlungsfähigkeit hängt von Organisation
ab. Und Organisation ist nicht irgendein get-together,
sondern impliziert eine Reihe von angebbaren
definierbaren
Kriterien. Von diesen, für eine politisch effektive
Organisationsform notwendigen Kriterien möchte ich zum
Abschluss vier nennen:
1. Universalisierung.
Darunter ist die Organisation von partikularen Positionen
und Interessen in ein universales politisches Projekt
zu verstehen. Nehmen wir als Beispiel Attac.
An Attac wird üblicherweise von links die tendenzielle
Vermainstreamung ökonomischer Forderungen kritisiert.
Das eigentliche Problem besteht aber gerade in der Selbstbeschränkung
auf ökonomische Forderungen, die Attac zu einem Greenpeace
für die Ökonomie macht. Zugegeben, am Beginn einer breiten,
universalisierungsfähigen Bewegung mag die Konzentration
auf bestimmte Themenfelder notwendig sein, doch irgendwann
stellt sich die Frage nach der Organisationsform. Und
hier muss letztlich die Wahl zwischen zwei (hier idealtypisch
porträtierten) Modellen stehen: Gewerkschaft oder Partei.
D.h., entweder man beschränkt sich auf die partikulare,
korporatistische
Interessenvertretung einer Gruppe in einem bestimmten
Politikfeld wie der Ökonomie (mit allen Mitteln, die
dazu angemessen sind, zumeist aber mit Verhandlungen),
oder man überschreitet Partikularinteressen hin zu einer
universalistischen Perspektive, basierend auf einer
Weltanschauung, die Position beziehen kann und Position
nimmt zu den verschiedensten gesellschaftlichen Problemen
(und das ist ja gerade, was die Parteiform auszeichnet.)
Nichts scheut Attac mehr als den Schritt zur Partei
-und doch scheint in der Logik des politischen Felds,
in dem Attac sich bewegt, dieser Schritt auf Dauer kaum
vermeidbar, soll der Druck auf das Feld und die anderen
Parteien aufrecht
erhalten bleiben. Damit wären wir bei Punkt
2. Synthetisierung.
Das Zeitalter der Ideologie hat eine schlechte Presse,
was damit aber in Wahrheit über Bord ging, ist jegliche
Synthetisierungsfähigkeit politischer Positionen. Was
die Parteiform geleistet hat, war, einer politischen
Weltanschauung eine organisatorische Form zu geben.
Nachdem diese Form verschwunden ist, ist mit ihr auch
das Konzept der Weltanschauung verschwunden. Eine Weltanschauung
ist eine politische Positionierung, welche die verschiedensten
auftauchenden Probleme synthetisiert, also einem gemeinsamen
Horizont einschreibt. Das kann natürlich immer die Gefahr
der Vereinfachung und Simplifizierung bergen, wenn Probleme
nicht einem Horizont eingeschrieben, sondern auf eine
einzelne Ursache reduziert werden. Doch was Weltanschauungen
im Positiven leisten, ist Ent-Individualisierung.
Natürlich hat die Partei nicht immer recht, aber der
bürgerliche Umkehrschluss, der heute auch auf der Linken
vorherrscht, die individuelle Meinung (übersteigert
zur individuellen "Überzeugung") hätte immer
recht, gilt genauso
wenig. Wenn also Universalisierung bedeutet, dass
partikulare Positionen anschlussfähig gemacht werden
für Leute, deren Probleme möglicherweise ganz woanders
liegen, dann bedeutet Synthetisierung, dass daraus kein
beliebiges Patchwork entsteht, sondern ein fortschrittlicher
Horizont, der verschiedenste Positionen (zur Ökonomie,
zur Gleichberechtigung, zur Kultur, etc.) aufeinander
abstimmt und miteinander sinnvoll in Beziehung setzt,
sie also dem Horizont einer Weltanschauung einschreibt.
3. Ent-Individualisierung:
Die Orientierung an einer Parteilinie, der sich das
einzelne Parteimitglied unterzuordnen hat, wird unter
postfordistischen Individualisierungsbedingungen als
grauenhafte Zumutung verstanden, auch von der Linken.
Wenn diese Unterordnung unter Zwang geschieht, ist Skepsis
berechtigt. Davon sind wir heute aber meilenweit entfernt.
Ein stalinistischer Machtapparat einer Einparteienherrschaft
ist nirgendwo in Sicht. Und dennoch erregt die heutige
Polit-Monade nichts mehr als das Bild jener Apparatschiks,
denen "die Partei" mehr bedeutet als ihr angebliches
"individuelles Gewissen". Die Tatsache, dass
politisches Engagement im Dienste einer Weltanschauung
stehen kann, die die Schimäre des "individuellen
Gewissens" übersteigt, wird als totalitäre Bedrohung
verstanden. Tatsächlich geht Organisierung immer einher
mit Ent-Individualisierung, anders ist sie nicht zu
haben. Zwar mag eine parteiförmige Version von Ent-Individualisierung
heute nicht mehr so möglich sein wie in den 50er Jahren,
die realen Entwicklungen sprechen dagegen (hier ist
die Analyse von Hardt und Negri durchaus korrekt), aber
es ist umgekehrt auch keine politische Organisationsform
vorstellbar, in der alle Mitglieder auf ihren Einzelmeinungen
beharren (auch die basisdemokratische oder selbstorganisierte
Idee des Plenums ist problematisch, insofern sie der
krypto-habermasianischen Idee folgt, die gültige Gesamtmeinung
würde sich aus einem endlosen Dialog der Einzelmeinungen
schon irgendwann konsensuell ergeben). Man muss also
nach neuen (Organisations-)Formen fortschrittlicher
Ent-Individualisierung suchen. Auch auf dieser Suche
muss die Partei gerade
als abwesende anwesend bleiben.
4. Permanentisierung.
Was schließlich ein wesentliches pragmatisches Argument
für stabile Organisationsformen ist, ist deren Dauerhaftigkeit
- nicht zuletzt ein Effekt der Ent-Individualisierung.
Ein Individuum engagiert sich ein bisschen und kehrt
dann wieder in sein Berufs- oder Privatleben zurück.
Eine Organisation bleibt auch dann bestehen, wenn einzelne
Mitglieder Auszeit nehmen. Das verleiht ihrer Arbeit
eine Kontinuität, die das unverknüpfte oder nur punktuell
und anlassorientiert verknüpfte Engagement von Individuen
nicht leisten kann. Im Unterschied zu Individuen und
selbstorganisierten Kleingruppen funktioniert sie auch
dann, wenn der Eeinzelne
urlaubsreif ist und der grosse Erfolg sich nicht unmittelbar
einstellt. Die entsprechende Organisationsform beugt
also Universalisierungsverlust und der Rückverwandlung
der Organisation in sterbliche Monaden vor. Sie stellt
Politik auf Dauer.
Will man über Organisationsformen
nachdenken, dann sind damit vielleicht keine hinreichenden,
aber doch notwendige Bedingungen formuliert. Und für
waswozu
sollte der Begriff der „Transversalität“
sonst gut sein - wenn nicht als Anstoß für ein Nachdenken
über Formen von Organisation und Handlungsfähigkeit.
[aus: RAUNIG,
Gerald (Hg.) TRANSVERSAL. Kunst und
Globalisierungskritik, Wien: Turia+Kant 2003]
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