|
Jeder von
uns ist eine Maschine des Realen, jeder von uns ist
eine konstruktive Maschine.
Toni Negri
Technische
Maschinen funktionieren nur, wenn sie nicht kaputt sind.
Im Gegensatz dazu gehen Wunschmaschinen dauernd kaputt,
während sie laufen, und tatsächlich laufen sie nur dann,
wenn sie nicht ordentlich funktionieren. Die Kunst macht
sich diese Eigenschaft häufig zunutze, indem sie echte
Gruppenphantasien produziert, in denen die Wunschproduktion
dazu benutzt wird, die soziale Produktion kurzzuschließen
und in die reproduktive Funktion der technischen Maschinen
durch die Einführung eines Elements der Störung einzugreifen.
Gilles
Deleuze, Felix Guattari, Anti-Ödipus
Was ist Wissensaustausch? Wie funktioniert die Wissensökonomie? Wo ist der
General Intellect
am Werke? Nehmen wir zum Beispiel den Zigarettenautomaten.
Die Maschine, die wir sehen, ist die Verkörperung eines
naturwissenschaftlichen Wissens über Hard- und Softwarekomponenten,
Generationen von Ingenieurstechnik zur kommerziellen
Nutzung übereinandergeschichtet: Sie verwaltet automatisch
Geld- und Warenflüsse, ersetzt einen Menschen durch
ein nutzerfreundliches Interface, verteidigt Privateigentum,
funktioniert auf der Grundlage einer minimalen Kontroll-
und Nachlieferungsroutine.
Wo ist der Tabakhändler geblieben? Manchmal genießt er die dazugewonnene
Freizeit. Manchmal hat ihn die Firma, der die Vertriebskette
gehört, ersetzt. An seiner Stelle trifft man oft den
Techniker an.
Weit davon entfernt, dem Marx´schen Fragment über Maschinen ein Fragment
über Zigarettenmaschinen nachzubilden, soll dieses unheilvolle
Beispiel zeigen, wie lebendig postfordistische Theorien
um uns herum sind, und dass von kollektiver Intelligenz
gebaute, materielle oder abstrakte Maschinen organisch
an die Ströme der Ökonomie und an die unserer Bedürfnisse
angebunden sind.
Statt über einen General Intellect zu reden, sollten wir besser von General
Intellects im Plural sprechen. Kollektive Intelligenz
nimmt viele Formen an. Manche können zu totalitären
Systemen werden, wie etwa die militärisch-managerhafte
Ideologie der Neocons
um George Bush oder die des Microsoft-Empire. Andere
können in sozialdemokratischen Bürokratien verkörpert
sein, im Apparat der Polizeikontrolle, der Mathematik
der BörsenspekulantInnen, der Architektur unserer Städte
(jeden Tag gehen wir durch/über Konkretionen kollektiver
Intelligenz).
In den Dystopien von '2001: A Space Odyssey' und 'Matrix' entfaltet das
Maschinengehirn ein Bewusstsein seiner selbst bis zu
dem Punkt, wo es sich des Menschen entledigt. Dagegen
produzieren 'gute' kollektive Intelligenzen internationale
Kooperationsnetzwerke wie etwa das Netzwerk der globalen
Bewegung, der prekären ArbeiterInnen, der EntwicklerInnen
von Free Software, des Medienaktivismus. Außerdem produzieren
sie den Wissensaustausch an den Universitäten, die offenen
Urheberrechte der Creative Commons, partizipative Stadtplanung, Erzählungen und das
Imaginäre der Befreiung.
Von einer geopolitischen Perspektive aus könnten wir uns in einer Sci-Fi-Paranoia
von Philip Dicks wiederfinden: Die Erde wird von einer
Intelligenz dominiert, doch innerhalb dieser Intelligenz
entwickelt sich ein Krieg zwischen zwei Organisationen
des General Intellect, einander entgegengesetzt und
doch ineinander verwickelt.
Gewöhnt an die traditionellen Repräsentationsformen der globalen Bewegung
gelingt es uns nicht, die neuen produktiven Konflikte
zu begreifen. So besorgt, wie wir über den imperialen
Krieg sind, erkennen wir die Zentralität dieses Kampfes
nicht. Mit Manuel Castells definieren wir die Bewegung
als eine Subjektivität des Widerstands, die es nicht
schafft, eine Subjektivität des Projekts zu werden.
Die Entfernung zwischen der globalen Bewegung und dem
Zentrum kapitalistischer Produktion ist uns nicht bewusst.
Eine Formulierung von Paolo Virno paraphrasierend sagen
wir, dass neue Produktionsweisen schon jetzt zu viel
Politik beinhalten, als dass die Politik der Bewegung
noch irgendeine Form von autonomer Würde genießen könnte.
Die Ereignisse von 1977 (nicht nur in Italien, denken wir auch an die Blütezeit
des Punk) haben das Ende des 'revolutionären' Paradigmas
und gleichzeitig den Beginn des Paradigmas der Bewegung
bestätigt. Neue Konflikträume im Bereich der Kommunikation,
der Medien und der Produktion des Imaginären wurden
eröffnet. Heute erkennen wir, dass die 'Bewegung' als
Format überwunden
werden muss - wahrscheinlich zugunsten des Formats
des Netzwerks .
Drei Formen des Handelns, im 19. Jahrhundert noch klar voneinander getrennt
- Arbeit, Politik und Kunst -, sind nun in einer einzigen
Haltung integriert und stehen im Zentrum jedes produktiven
Prozesses. Um zu arbeiten, Politik zu treiben oder das
Imaginäre zu produzieren, braucht man heute hybride
Fähigkeiten. Das bedeutet, dass wir alle ArbeiterInnen-KünstlerInnen-AktivistInnen
sind, aber es bedeutet auch, dass die Figuren von Militanten
und KünstlerInnen überwunden sind und dass solche Fähigkeiten
sich nur in einem gemeinsamen Raum formieren - und dieser
Raum ist der Wirkungsbereich des kollektiven Intellekts.
Seit Marxens Grundrissen ist der
General Intellect zum Ausgangspunkt einer immer zahlreicher
werdenden Begriffsfamile geworden, die eine große Bandbreite
von Gegenständen abdeckt: Wissensbasierte Ökonomie,
Informationsgesellschaft, kognitiver Kapitalismus, immaterielle
Arbeit, kollektive Intelligenz, kreative Klasse, Kognitariat,
Wissensaustausch, Postfordismus. In den letzen paar
Jahren ist das politische Lexikon reich geworden an
ineinander verwobenen kritischen Werkzeugen. Wir drehen
sie in unseren Händen herum und fragen uns, worin genau
wohl ihr Nutzen besteht. Der Einfachheit halber haben
wir nur solche Begriffe zur Kenntnis genommen, die einen
aufklärerischen, spekulativen, engelshaften und fast
neognostischen Ansatz geerbt haben. Aber die Wirklichkeit
ist sehr viel komplexer, und wir warten auf neue Formen,
die für sich diejenige Rolle beanspruchen können, die
im selben Feld dem Begehren, dem Körper, der Ästhetik,
der Biopolitik zustehen.
Wir erinnern uns auch an die Auseinandersetzung um kognitive versus prekäre
ArbeiterInnen, zwei Seiten der gleichen Medaille, die
die Pre-Cogs
von Chainworkers.org
folgendermaßen beschreiben: "Kognitive ArbeiterInnen
sind NetzwerkerInnen, prekäre ArbeiterInnen werden vernetzt,
erstere sind 'Brainworkers', letztere 'Chainworkers':
Erstere wurden erst von den Firmen und Finanzmärkten
verführt, dann fallengelassen, letztere wurden in die
globalen Kapitalströme hineingezogen und von ihnen flexibel
gemacht".
Der Punkt ist, dass wir nach einem neuen kollektiven Akteur suchen, und
nach einem neuen Ansatzpunkt für den angerosteten revolutionären
Hebel. Der Erfolg des Konzepts der Multitude spiegelt
gleichzeitig den gegenwärtigen Orientierungsverlust
wider. Kritisches Denken drängt beständig darauf hin,
den neuen kollektiven Akteur zu finden, der den Zeitgeist
verkörpern könnte. In einem Rückgriff auf die Geschichte
können wir die Formen rekonstruieren, die jedem Paradigma
politischer Aktion zugrunde liegen: Der mehr oder weniger
kollektive soziale Akteur, die mehr oder weniger vertikale
Organisation, das mehr oder weniger utopische Ziel.
Proletariat und Multitude, Partei und Bewegung, Revolution
und Selbstorganisation.
Im aktuellen Imaginären scheint der kollektive Akteur der General Intellect
(oder wie immer es genannt werden soll) zu sein.
Seine Form ist das Netzwerk, sein Ziel die Schaffung
einer Plattform von Selbstorganisation, sein Handlungsfeld
der biopolitische, spektakuläre, kognitive Kapitalismus.
Wir reden hier nicht über die Multitude, weil dieses Konzept gleichzeitig
zu edel und zu aufgeblasen ist, Erbe von jahrhundertelangem
Philosophieren und allzu oft ausgerufen von den Megaphonen
in den Demonstrationszügen. Das Konzept der Multitude
war eher nützlich als ein Exorzismus gegen die identitären
Täuschungen der globalen Bewegung, denn als konstruktives
Werkzeug. Die
Pars Construens wird eine Aufgabe für den General
Intellect sein: Wenn Philosophen wie Paolo Virno eine
gemeinsame Basis finden müssen, den verlorenen kollektiven
Akteur, dann rekonstruieren sie die kollektive Intelligenz
und Kooperation als entstehende und konstitutive Eigenschaften
der Multitude.
In einer anderen paranoiden Fabel stellen wir uns vor, dass Technologie
die letzte Erbin einer Serie von kollektiven Subjekten
sei, die die Geschichte wie in einer russischen Matrioschka-Puppe
hervorgebracht hat: Religion - Theologie - Philosophie
- Ideologie - Naturwissenschaft - Technologie. Damit
soll gesagt werden, dass die Geistesgeschichte in Informations-
und Intelligenztechnologien geschichtet ist, selbst
wenn wir nur die letzte Episode der Serie erinnern,
d.h. das Netzwerk, das die Träume der vorangegangenen
politischen Generation verkörpert.
Wie sind wir auf all diese Fragen gekommen? Wir stehen an einem Kulminationspunkt
verschiedener historischer Plattformen: Dem Erbe der
historischen Avantgarde in der Synthese von Ästhetik
und Politik; den Kämpfen von '68 und '77, die neue Räume
für Konflikte außerhalb der Fabriken und innerhalb des
Imaginären und der Kommunikation eröffnet haben; der
Hypertrophie der Gesellschaft des Spektakels und der
Ökonomie des Logo; der Transformation der fordistischen
Lohnarbeit in postfordistische autonome prekäre Arbeit;
der Informationsrevolution und der Entstehung des Internet,
der Netzökonomie und der Netzwerkgesellschaft. Die Utopie
wurde zur Technologie. Die äußerste Übung der Repräsentation,
die zu molekularer Produktion
wird.
Manche Leute nehmen den gegenwärtigen Moment als ein lebendiges Welt-Netzwerk
wahr, manche als unbestimmte Wolke, manche als eine
neue Form der Ausbeutung, manche als eine Gelegenheit.
Heute erreicht die Dichte ihre kritische Masse und formiert
eine globale radikale Klasse, da, wo sich die Plattformen
von Aktivismus, Kommunikation, Kunst, Netzwerktechnologien
und unabhängiger Forschung kreuzen. Was bedeutet es,
gleichzeitig produktiv und planend zu sein, die bloße
Repräsentation von Konflikt und die repräsentativen
Politikformen aufzugeben?
Es gibt eine hegemoniale Metapher in der politischen Auseinandersetzung,
in Kunst, Philosophie, Medienkritik, Netzwerkkultur:
und das ist die Free
Software. Sie wird uns am Ende jeder Intervention
zitiert, die das Problem des "Was tun?" anspricht
(aber auch in Artikeln über strategisches Marketing...).
Gleichzeitig kontaminiert ihre Zwillingsmetapher, die
der Open Source
alle Sparten: Open Source Architektur, Open Source Literatur,
Open Source Demokratie, Open Source City...
Softwaren sind immaterielle Maschinen. Die Metapher der Free Software ist
aufgrund ihrer Immaterialität so einfach, dass sie es
häufig nicht schafft, mit der realen Welt in Widerspruch
zu geraten. Obwohl wir wissen, dass Free Software eine
gute und richtige Sache ist, fragen wir polemisch: Was
wird sich ändern, wenn alle Computer der Welt unter
Free Software laufen? Der interessanteste Aspekt des
Free Software Modells ist das gewaltige, von ProgrammiererInnen
auf globaler Ebene geschaffene kooperative Netzwerk.
Aber auf welche anderen konkreten Beispiele können wir
uns beziehen, wenn wir neue Aktionsformen in der realen
Welt vorschlagen, und nicht nur im Reich des Digitalen?
In den 70er Jahren haben Deleuze und Guattari intuitiv das Maschinelle erfasst,
eine Introjektion / Imitation der industriellen Produktionsweise.
Schließlich sprach ein hydraulischer Materialismus über
begehrende, revolutionäre, zölibatäre Kriegsmaschinen
statt über repräsentative oder ideologische. Deleuze und Guattari haben
die Maschine aus der Fabrik herausgeholt. Nun ist es
an uns, sie aus dem Netzwerk herauszuholen und die Post-Internet-Generation
zu imaginieren.
Kognitive Arbeit produziert alle möglichen Maschinen, nicht nur Software:
elektronische Maschinen, narrative Maschinen, Werbemaschinen,
Medienmaschinen, Handlungsmaschinen, psychische Maschinen,
soziale Maschinen, libidinöse Maschinen. Im 19. Jahrhundert
bezog sich die Definition von Maschine auf ein Gerät,
das Energie transformiert. Im 20. Jahrhundert beginnt
die Turing-Maschine - die Grundlage jedes Computers
- Information in Form von Sequenzen von 0 und 1 zu interpretieren.
Für Deleuze und Guattari hingegen produziert eine Wunschmaschine
Strömungen, schneidet sie zu und ordnet sie an, und
produziert pausenlos das Reale.
Heute verstehen wir unter Maschine die elementare Form des General Intellect,
jeden Knoten des Netzwerks der kollektiven Intelligenz,
jedes materielle und immaterielle Dispositiv, das die
Ströme der Ökonomie organisch mit denen unseres Begehrens
verbindet.
Auf einer höheren Ebene kann das Netzwerk selbst als Mega-Maschine gesehen
werden, die andere Maschinen zusammenbaut. Negri und
Hardt schreiben in Empire: "Die Multitude benutzt
Maschinen nicht nur zur Produktion, sondern sie wird
selbst maschinell, indem die Produktionsmittel zunehmend
in die Köpfe und Körper der Multitude integriert werden.
In diesem Zusammenhang meint Aneignung den freien Zugang
zu und die Kontrolle über Wissen, Information, Kommunikation
und Affekte, denn dies sind einige der primären Produktionsmittel
der biopolitischen Produktion. Dass diese produktiven
Maschinen in die Multitude integriert wurden, heißt
noch lange nicht, dass die Multitude sie kontrolliert,
im Gegenteil, all das macht ihre Entfremdung umso bösartiger
und schädlicher. Das Recht auf Aneignung ist das Recht
der Multitude auf Selbstkontrolle und autonome Selbstproduktion".
Anders gesagt: Im Postfordismus ist die Fabrik aus der Fabrik herausgetreten,
und die gesamte Gesellschaft ist zu einer Fabrik geworden.
Eine bereits maschinenhafte Multitude legt die Vermutung
nahe, dass die Umstülpung des aktuellen Produktionssystems
auf eine autonome Ebene in einem blitzartigen Coup möglich
sein könnte, einfach indem die Multitude vom Kommando
des Kapitals abgekoppelt wird. Aber dieser Vorgang ist
nicht ganz so einfach in Begrifflichkeiten nach dem
traditionellen Motto der "Aneignung der Produktionsmittel"
zu fassen. Warum?
Während es richtig ist, dass heute das Gehirn das hauptsächliche Arbeitsmittel
ist, und dass ArbeiterInnen sich die Produktionsmittel
unmittelbar aneignen können, stimmt es auch, dass Kontrolle
und Ausbeutung in der Gesellschaft immateriell geworden
sind, kognitiv, vernetzt. Nicht nur der General Intellect
der Multituden ist gewachsen, sondern auch der General
Intellect des Empire. Ausgerüstet mit ihren Computern,
können die ArbeiterInnen sich die Produktionsmittel
aneignen. Aber sobald sie die Nasen aus ihren Desktops
herausstrecken, sehen sie sich mit einem Godzilla konfrontiert,
mit dem sie nicht gerechnet hatten: Dem Godzilla des
feindlichen General Intellect. Soziale, staatliche und
ökonomische Meta-Maschinen, an die die Menschen wie
Prothesen angekoppelt sind, sind von bewussten und unbewussten
Automatismen dominiert.
Meta-Maschinen werden von einer bestimmten Art kognitiver Arbeit beherrscht,
nämlich der administrativen, politischen, managerhaften
Arbeit, die Projekte durchführt, organisiert, und in
gewaltigem Ausmaß kontrolliert, einer Form von General
Intellect, die wir uns nie hätten vorstellen können,
einem General Intellect, dessen "Fürst" eine
Figur ist, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
die Bühne betritt: Der Manager.
Orwell zitierend, erinnert uns Bifo in seinem Essay "Il totalitarismo
tecno-manageriale da Burnham a Bush" daran, dass
in unserer postdemokratischen Welt (oder, wenn es euch
lieber ist, im Empire) die Manager das Kommando übernommen
haben: "Der Kapitalismus verschwindet, aber er
wird nicht durch Sozialismus ersetzt. Was sich nun erhebt,
ist ein neuer Typus einer geplanten, zentralisierten
Gesellschaft, die weder kapitalistisch ist noch in irgendeinem
anerkannten Sinn des Wortes demokratisch. Die Herrscher
dieser neuen Gesellschaft werden diejenigen sein, die
faktisch die Produktionsmittel kontrollieren, das heißt
leitende Geschäftsleute, TechnikerInnen, BürokratInnen
und SoldatInnen, von Burnham unter dem Begriff des Managers
in einen Topf geworfen. Diese Leute werden die alte
kapitalistische Klasse eliminieren, die Arbeiterklasse
zerschlagen, und die Gesellschaft so organisieren, dass
jegliche Macht und jeder ökonomische Vorteil in ihren
eigenen Händen bleibt. Das Recht auf Privateigentum
wird abgeschafft werden, doch wird dafür kein Gemeineigentum
etabliert werden. Die neuen Managergesellschaften werden
nicht aus einem Flickenteppich von kleinen, unabhängigen
Staaten bestehen, sondern aus großen, um die wichtigsten
industriellen Zentren in Europa, Asien und Amerika gruppierten
Superstaaten. Diese Superstaaten werden untereinander
um den Besitz der verbleibenden, noch nicht eroberten
Teile der Erde kämpfen, aber es wird ihnen voraussichtlich
nicht gelingen, einander vollständig zu besiegen. Jede
von diesen Gesellschaften wird streng hierarchisch sein,
mit einer Aristokratie des Talents an der Spitze und
einer Masse von Halbsklaven am unteren Ende."
Wir haben eingangs zwei Intelligenzen erwähnt, die einander in der Welt
gegenüberstehen, und die Formen, in denen sie sich manifestieren.
Die Multitude funktioniert als Maschine, weil sie innerhalb
eines Modells existiert, einer sozialen Software, die
zur Ausbeutung ihrer Energien und Ideen gedacht ist.
Die Techno-Manager (öffentlich, privat, militärisch)
sind diejenigen, die, bewusst oder nicht, solche Maschinen
planen und kontrollieren, Maschinen, die aus aneinandermontierten
Menschen bestehen. Der Traum des General Intellect gebirt
Ungeheuer.
Verglichen mit dem alles durchdringenden neoliberalen Techno-Management
ist die Intelligenz der globalen Bewegung von geringer
Bedeutung. Was tun? Wir müssen virtuose revolutionäre
radikale Maschinen entwickeln, die wir an den Knotenpunkten
des Netzwerks platzieren. Gleichzeitig müssen wir mit
dem General Intellect rechnen, der die imperialen Meta-Maschinen
verwaltet. Bevor wir damit beginnen, müssen wir uns
über die Dichte der 'Intelligenz' klarwerden, die sich
in jeder Ware, Organisation, Botschaft und jedem Medium,
in jeder Maschine der postmodernen Gesellschaft, verdichtet.
Don't
hate the machine, be the machine. Wie können wir den Austausch von Wissen, Werkzeugen
und Räumen in neue radikale Maschinen verwandeln, die
über die aufgeblähte Free Software hinausgehen? Dies
ist die Herausforderung, die man einst 'Aneignung der
Produktionsmittel' nannte.
Wird es der globalen radikalen Klasse gelingen, soziale Maschinen zu erfinden,
die das Kapital herausfordern können, die als Plattformen
der Autonomie und Autopoiesis funktionieren? Radikale
Maschinen, die in der Lage sind, der techno-managerhaften
Intelligenz und den imperialen Meta-Maschinen, die um
uns herum angetreten sind, die Stirn zu bieten? Der
Wettkampf Multitude gegen Empire wird zum Kampf der
radikalen Maschinen gegen die imperialen Techno-Monster.
Wie beginnen wir den Bau dieser Maschinen?
Übersetzung:
Marion Hamm
|